Wissenswertes zu Amalgam
Was ist Amalgam?
Ein Metallgemisch ( Legierung ) aus Silber ( ca.35%) ,Zinn ( ca. 14% ) , Kupfer
( ca. 3% ) und Quecksilber ( ca.50% ). Ist Amalgam der von den Zahnärzten bevorzugte Füllungswerkstoff? Nein! Die Zahnärzte bevorzugen zahnfarbenes Material oder Gold. Sie würden lieber heute als morgen auf Amalgam verzichten.Die Krankenkassen zahlen aber nur , was ausreichend , wirtschaftlich und notwendig ist. Warum wird Amalgam dann noch als Füllungsmaterial verwendet? Weil es außer Gold bisher kein Material gab , das so gute Eigenschaften zur Langzeiterhaltung der Seitenzähne hatte, wie Amalgam ( durchschnittliche Liegezeit 8 - 10 Jahre ). Doch mit den neu entwickelten Verbundsystemen zwischen Zahnschmelz und vorgefertigten Füllungsmaterial hat sich das geändert ( siehe Sonic - Sys - Inlays ).

Warum wird nicht allgemein Gold verwendet?
Gold ist ein sehr teures Material. Vor allem erfordern Goldfüllungen einen viel höheren Zeitaufwand wegen ihrer komplizierten Herstellung. Dies macht sie sehr viel teurer.

Ist die Amalgamfüllung giftig?
Amalgamfüllungen haben Millionen Menschen in der ganzen Welt zum Teil lebenslang. Eine Vergiftung oder gar ein Todesfall sind bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen worden. Auch die strengste Gesundheitsbehörde der Welt in den USA läßt - ebenso wie in Deutschland - Amalgam zu. Es fragt sich nur, wie lange. Skandinavien plant den Ausstieg stufenmäßig bis 1997. In Deutschland gilt die Empfehlung, Amalgam nicht bei Kindern bis zu 6 Jahren, während der Schwangerschaft und bei Nierenkranken zu verwenden. Mir als Zahnarzt wird per Gesetz allerdings vorgeschrieben, einen Amalgamabscheider in die Behandlungseinheit einzubauen, um den Zutritt der Amalgamteilchen in das Abwasser zu verhindern. Diese gesammelten Amalgamreste müssen dann als Sondermüll entsorgt werden.

Warum ist Amalgam ein so strittiges Material?
Wegen der grauen Farbe und weil Amalgam Quecksilber enthält. Quecksilber gibt Dämpfe ab, die gesundheitsschädlich sein können, wenn man ihnen ständig ausgesetzt ist. Die Wissenschaftler streiten nun, ob die im Körper nachweisbaren Quecksilberbelastungen aus der Nahrung oder den Füllungen stammen. Mit Hilfe eines Mobilisationstestes kann man dem aber auf den Grund gehen.

Warum wird die Amalgamfüllung angeprangert?
Wegen des gestiegenen Umweltbewußtseins. Man will das Quecksilber möglichst ganz aus der Umwelt verbannen. Man ist aber auch gegen das Amalgam, weil in den letzten Jahren mit sehr feinen Methoden, die man früher nicht kannte, nachgewiesen wurde, daß winzige Mengen Quecksilber aus Amalgamfüllungen austreten können. Aus der Nahrung kann man es auch nicht gänzlich verbannen. Viele Menschen vertragen es problemlos wie viele andere Spurenstoffe in der Nahrung, die in größeren Mengen schädlich wären. Durch die gestiegenen Umweltbelastungen reagieren aber manche Menschen besonders in den letzten Jahren immer empfindlicher auf dieses Material.

Können vorhandene Amalgamfüllungen krank machen?
Im Mund können Amalgamfüllungen in sehr seltenen Fällen Reaktionen verursachen. Dies ist auch bei anderen Metallen so, die man im Körper trägt. Allgemeinerkrankungen durch Amalgam sind bisher wissenschaftlich weltweit nicht bewiesen. Es gibt aber unter Wissenschaftlern, Ärzten und Zahnärzten immer mehr, die an diese Möglichkeit glauben.

Wenn ich nun keine Amalgamfüllung mehr haben möchte?
Es gibt vor allem die Möglichkeit der erwähnten Goldfüllung. Bitte seien Sie sich aber darüber klar, daß diese Füllungen erheblich aufwendiger sind. Dafür halten sie auch wesentlich länger. Wir werden Sie gerne darüber beraten, ob ggfl. auch Keramik in Betracht kommen kann. Die Kosten dafür müssen von Ihnen übernommen werden. Eventuell - dies ist verschieden - gibt Ihnen die Krankenkasse auch einen Zuschuß. Kunststoffüllungen aus plastischem Material eigneten sich bis vor einigen Jahren nur für den Frontzahnbereich.Im Seitenzahnbereich hatten sie auf Grund der großen Schrumpfung und des zeitaufwendigen Schichtens nur eine Überlebensraten von ca. 6 Jahren.Diese Probleme konnten aber durch ein neues Verbundsystem und den Einsatz von vorgefertigten Füllkörpern beseitigt werden ( Sonic - Sys - System ). PS: Ergänzte Amalgam - Gebrauchsinformation des Bundesinstitutes für Arzeneimittel und Medizinprodukte ab 01.07.1995 : Einsatz von Amalgam nur dann , wenn andere plastische Füllungswerkstoffe nicht indiziert sind und andere Restaurationstechniken nicht in Frage kommen. Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes sollte die Zahl der Amalgamfüllungen für den einzelnen Patienten so gering wie möglich sein und keine bzw. keine weitere Anwendung in der Schwangerschaft erfolgen , da jede Amalgamfüllung zur Quecksilberbelastung des Menschen beiträgt. Bei okklusalem oder approximalen Kontakt mit vorhandenem Zahnersatz sollte keine neue Amalgamfüllung gelegt werden. Heute bestehende Einschränkung: kein Einsatz von Amalgam bei nachgewiesener Quecksilber - Allergie, bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sowie bei Kindern bis zum 6. Lebensjahr strenge Nutzen - Risiko - Abwägung .